BalFolk: eine alte Tradition neu gelebt

Ein Saal, warmes Licht, eine Band stimmt an – und mit den ersten Takten fassen sich fremde und vertraute Menschen an den Händen.

Das ist Balfolk: ein Tanzanlass mit europäischen Folktänzen und Live-Musik, offen für alle. Gemeinsames Tanzen, so wie es Menschen schon immer getan haben.

Balfolk Kreistanz Illustration

Die BalFolk tradition

Die Tänze stammen aus den Dorfplätzen und Festsälen Europas – und viele haben weite Reisen hinter sich: An Dro und Hanter Dro kommen aus der Bretagne, Bourrée aus Zentralfrankreich. Die Mazurka wanderte aus Polen über die Ballsäle des 19. Jahrhunderts in die französische Volkstradition, Schottisch und Polka stammen aus Böhmen und dem deutschen Raum, der Walzer aus dem Alpenraum.In den 1970er-Jahren wurden sie neu entdeckt, und daraus ist eine junge, lebendige Szene gewachsen, die sich heute quer durch Europa zieht – von Lissabon bis Stockholm, von Gent bis Winterthur. Die Musik klingt mal traditionell-akustisch, mal modern und experimentell: Akkordeon, Geige, Klarinette, manchmal auch Harfe, Cello oder Elektronik. Und so gut wie immer wird live gespielt.

Tänze, die verbinden

Beim Balfolk gibt es Tänze für jede Stimmung. In den Kettentänzen tanzt der ganze Saal zusammen – man hängt sich bei den Nachbarn ein, und die Schritte tragen einen fast von selbst. Wer einmal in einer langen An-Dro-Kette oder einer meditativen Gavotte mitgewogt ist, versteht, warum diese Tänze seit Jahrhunderten gefeiert werden. In den Paartänzen wie Walzer, Mazurka oder Schottisch dreht man zu zweit durch den Raum. Und in den Kreistänzen und Mixern begegnet man im Lauf eines Stücks dem halben Saal. Viele der Tänze kennt man mit der Zeit. Und zwischendurch wird man immer wieder mit etwas Neuem überrascht.

Kein Vorwissen nötig

Die Grundschritte der meisten Tänze sind in wenigen Minuten gelernt. Und oft beginnen die Bal Folk Anlässe mit einem Workshop oder Impuls: einer kurzen, entspannten Einführung, in der gemeinsam bekannte und weniger bekannte Tänze ausprobiert werden. Schon bald kannst du den ganzen Abend mittanzen. Der Einstieg ist leicht, und wer länger dabei bleibt, feilt an den Feinheiten und erfreut sich an einer bunten Palette an Tänzen aus ganz Europa.

Sehr oft werden vor den Bällen Workshops angeboten, um einen Tanz kennenzulernen, eine Technik zu vertiefen oder ein Thema wie “Führen und Folgen” genauer anzuschauen.

Tanzen für alle

Balfolk kennt keine festen Paare und keine festen Rollen. Man fordert sich gegenseitig auf – alle können alle fragen, und wer führt oder folgt, wird verhandelt oder gewechselt. Getanzt wird in Alltagskleidern und bequemen Schuhen, manche tanzen barfuss. Auf der Tanzfläche begegnen sich Menschen aller Generationen, Geübte und Neugierige. Wenn du allein kommst, bist du nach dem ersten Kreistanz nicht mehr allein.